Ich ziehe um

Hallöle,

wie in der Überschrift schon zu lesen ist, ist mein Blog umgezogen. Man findet mich ab sofort unter

 

http://isagoesvegan.blogspot.de/

 

Danke an alle, die meinen Blog bisher verfolgt haben Ich hoffe, ich seh euch auf der anderen Seite wieder

Janz liebe Grüße

Eure Isi

12.11.13 22:17, kommentieren

Die liebe Familie

Wie bring ich das denn jetzt meiner Familie bei?

Schon allein die Tatsache, dass ich mir diese Frage überhaupt stellen muss, ist ganz schön bitter.

Vegetarismus und Veganismus sind in meiner Familie schwierige Themen. Zumindest bei einem Teil. Meine Mutti ist dafür eigentlich ganz offen. Ihr mein neues Vorhaben zu offenbaren, war überhaupt kein Problem. Sie hat mich nur angeguckt und "Aha" gesagt. Sie hört sich alles an, was ich dazu zu sagen habe, und nimmt es zur Kenntniss. Ich kann offen reden. Ihr Mann, mein Stiefvater, enthält sich stets seiner Stimme und mampft zum Abendbrot fein seine Wurstsuppe. Der größte Fleischesser, den ich kenne. Mein Bruder ist einfach noch zu jung, um das Thema zu fassen. Er fragt mich manchmal, warum ich das mache, aber er versteht es nicht. Erwarte ich auch nicht von einem 10-jährigen.

Bei meinem Vater und seiner Familie sieht das Ganze etwas anders aus. Er findet es lächerlich und dumm. Ganz einfach. Das macht mich traurig. Als ich vor etwa 2 Jahren zur Vegetarierin wurde, führten wir ein einziges Gespräch darüber und danach nie wieder. Muss ich jetzt auch nicht nochmal haben.

Seine Argumente: der Körper braucht Fleisch; der Mensch ist ein Fleischfresser; Tiere sind dazu da, gegessen zu werden; es ist unnatürlich, kein Fleisch zu essen.

Alle Argumente, die ich damals für den Vegetarismus parat hatte (keinesfalls, um ihn zu bekehren, lediglich, um mich zu erklären), prallten an ihm ab. Nein, nein, nein, immer nur nein. Im nächsten Moment zerklatschte er eine Fliege, nur um es mir nochmal so richtig zu zeigen.

Auch der Rest dieses Teils der Familie kann mein Verhalten einfach nicht nachvollziehen. Meine Tante, damals meine Großeltern und allen voran mein Cousin, zu dem ich eigentlich ein sehr sehr gutes Verhältnis habe, bis auf dass er manchmal ganz schön viel Dünnes quatscht. Immer wenn es zufällig zu einem solchen Thema kommt, kann er gar nicht anders als ein Loblied auf das gute Fleisch zu singen. Zu meinem Geburtstag gab es nur vegetarische Kost und er wusste, wahrscheinlich aus einer hellseherischen Eingebung heraus, dass ihm das alles nicht schmecken würde. Tofu, igitt. Er wollte anfangs partout nichts von dem essen, was ich da in stundenlanger Vorbereitung hingezaubert hatte. Irgendwie ließ er sich dann doch noch überreden und, was ein Wunder, es schmeckte ihm und auch dem Rest der skeptischen Gäste. Aber so eine unglaubliche Intoleranz und die strikte Verweigerung allem Neuen gegenüber - sowas nervt mich einfach. Da krieg ich einen riesen Hals. Was soll denn das?

Jedenfalls habe ich gerade mal wieder mit ihm telefoniert und ihm die große, freudige Neuigkeit erzählt. Und ich habe erfahren, dass, seit ich Vegetarierin geworden bin, diverse Wetten auf mich abgeschlossen worden sind. Zuerst die Wette, dass ich es nicht länger als ein paar Wochen durchhalte. Alle haben gegen mich gewettet...Eigentlich stünde das Geld ja mir zu. Und dann gab es noch eine Wette, und zwar hat mein Cousin darauf gesetzt, dass ich diesen noch krasseren Schritt machen werde und vegan werde. Er hat gewonnen, alle anderen wieder mal verloren. Hehe, irgendwie witzig. So, und nun, da ich es ihm erzählt habe, muss ich es meinem Papa auch gar nicht mehr sagen, denn das wird sich jetzt in Null komma Nichts verbreiten. Auf das nächste Gespräch bin ich jetzt schon gespannt...

Auch von Freunden kommt nicht immer positive Kritik. Mein Freund fällt da total raus, der war selbst mal Veganer und versteht mich und ist genauso angepisst wegen der allgemein vorherrschenden Ignoranz, Intoleranz und Arroganz. Meine beste Freundin allerdings, hat überraschend negativ reagiert. Sie hat zwar eine Zeit lang den Anschein gemacht, als ob es ihr egal wäre und sie hinter mir steht, egal was ich tue, aber irgendwann hat sie dann mal einen blöden Spruch losgelassen, der einige unschöne Diskussionen zur Folge hatte und der unsere Freundschaft indirekt für Monate auf Eis legte. "Ihr Vegetarier seid ja eh in der Unterzahl", sagte sie, als eine gemeinsame Freundin eines Abends verkündete, dass sie jetzt auch kein Fleisch mehr esse. Ihr Vegetarier seid eh in der Unterzahl? Was soll das bedeuten? Trägt das in irgendeiner Weise zum Thema bei? Soll das soviel heißen wie: ihr seid eh viel zu wenige, deshalb habt ihr alle Unrecht, weil Randgruppen nie Recht haben dürfen? Nach dem Motto "Die Masse hat immer Recht"? Der gemeine Pöbel. Oder dass wir alle dumm sind und nen Schaden haben? Ich weiß es nicht. Was ich weiß ist, dass genau solche Äußerungen derart unqualifiziert und undurchdacht sind, dass ich echt kotzen könnte. Nichts regt mich mehr auf, als auf Halbwissen und Intoleranz gegründete, altkluge Sprüche.

Soviel dazu. Ich freue mich auf das nächste Treffen mit meinem Vater. Ring frei für Runde 2!!

5.11.13 21:50, kommentieren